Rufen Sie uns an, und wir vereinbaren einen Termin für ein Gespräch:
Gleichstellungsbüro der Stadt Göttingen
Hiroshimaplatz 1-4
37083 Göttingen
Telefon: (0551) 400-3305
Telefax: (0551) 400-2887
E-Mail: gleichstellungsbuero@goettingen.de
Mit dem Projekt „Vielfalt sichert Zukunft“ richtet das Netzwerk Antidiskriminierung in Stadt und Landkreis Göttingen jetzt auch den Fokus gezielt auf die Arbeitswelt. Und das aus gutem Grund: 40 Prozent aller Vorfälle, die in der vor gut einem Jahr geschaffenen Antidiskriminierungs (AD)-Beratung zur Sprache kamen, bezogen sich auf diesen Bereich, berichtete Alice Pfaffenrot beim Treffen des Netzwerkes kürzlich in Göttingen. Pfaffenrot ist Projektleiterin in der AD-Stelle der Stadt Göttingen.
Mit diesem neuen Projekt, unterstützt von der Zukunftsregion Südniedersachsen und dem Europäischen Sozialfonds, wächst das Netzwerk Antidiskriminierung Stadt und Landkreis Göttingen weiter und geht direkt in die Wirtschaft. Auf drei Jahre angelegt sollen zunächst die Bedarfe in regionalen Unternehmen erfasst, dann eng an der betrieblichen Praxis maßgeschneiderte Angebote erarbeitet und dauerhaft installiert werden. Am Ende des Projektzeitraums steht eine Evaluation. Die ersten Betriebe haben sich bereits gemeldet.
„Vielfalt sichert Zukunft“ ist nicht einfach ein plakativer Slogan, sondern eine Aufgabe, die es in sich hat. Wie essenziell Antidiskriminierung für Unternehmen ist, skizzierte Andreas Merx, Organisationsberater und Trainer beim Dienstleister pro diversity, Berlin, in seinem Impulsvortrag. Wo es an Chancengleichheit und Gleichbehandlung mangelt, wird es noch schwieriger als ohnehin schon, Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Auf der einen Seite können Stellen nicht besetzt werden, auf der anderen liegen Potenziale brach, weil Frauen unfreiwillig nur in Teilzeit arbeiten, ältere Arbeitnehmer:innen und Schwerbehinderte arbeitslos bleiben und Migrant:innen unter ihrem Niveau arbeiten. Dabei seien es oft nur Unsicherheiten, Angst vor Sprachproblemen oder bürokratischem Aufwand und ähnliche Vorbehalte, die Betriebe zögern ließen, diese Menschen einzustellen. Das ist schlecht für die Unternehmen, denen Arbeitskräfte fehlen, und schlecht für die Menschen, die materiell und persönlich unter ihrer Arbeitslosigkeit leiden – mit allen Nachteilen, die für die Allgemeinheit daraus erwachsen. Von Chancengleichheit als strategischem Investment für Wirtschaft und Gesellschaft in der Region Göttingen sprach denn auch Rico Krieger, Leitung Regionalmanagement der Zukunftsregion Südniedersachen.
Mit der Unterschrift unter einen Arbeitsvertrag allein ist es dann noch nicht getan, wurde weiterhin deutlich. Es gilt, die Gleichstellung im Betrieb auch strukturell zu verankern. „Vielfalt sichert Zukunft“ kümmert sich um beides: Barrieren abbauen und Arbeitgebende und -nehmende begleiten für ein nachhaltiges Miteinander.
Unternehmen und Institutionen, die sich am Projekt beteiligen möchten, können sich bei den Antidiskriminierungsstellen von Stadt und Landkreis oder unter antidiskrimnierungsarbeit@goettinen.de melden.